Presseinformation Nr. 14/2019 des JKI vom 11.04.2019: Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner besucht Standort Siebeldingen (Geilweilerhof) des Julius Kühn-Instituts

2019-04-15

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner informierte sich heute (11.4.2019) über aktuelle Forschungsarbeiten des Weinbau-Standorts Siebeldingen des Julius Kühn-Instituts (JKI). Begleitet wurde sie von der Südpfälzer Landtagsabgeordneten Christine Schneider. Das JKI – Forschungseinrichtung des BMEL – unterhält in Siebeldingen zwei Fachinstitute, die an der Züchtung neuer Rebsorten sowie zu aktuellen wie künftigen Aspekten des Pflanzenschutzes im Weinbau forschen.
Die Züchtung neuer Rebsorten, die gegen wichtige Krankheiten resistent und gleichzeitig leistungsfähig und qualitativ hochwertig sind, stellen einen wesentlichen Schritt für einen Weinbau der Zukunft dar. BM´in Klöckner folgte mit großem Interesse den Ausführungen von Institutsleiter Prof. Dr. Töpfer vor welchen Herausforderungen das Siebeldinger JKI-Institut für Rebenzüchtung künftig steht. Ein Aspekt dabei ist, welche Rolle u. a. aktuelle genetische Diagnoseverfahren (Markertechniken) und digitale sensorbasierte Technologien spielen, um den langwierigen Züchtungsprozess zu beschleunigen und den Weg zum Präzisionsweinbau einzuschlagen.
Klimawandel und der weltweite Handel bergen auch für den Weinbau permanent ein hohes Risiko, dass neue Schädlinge und Krankheiten sich hier etablieren. Internationale Forschungskooperationen, die solche Schaderreger diagnostizieren und ihre Lebensweise erforschen, sind Voraussetzung für zielgerichtete Überwachungs- und Eindämmungsmaßnahmen. Zusätzlich zu dieser am JKI-Institut für Pflanzenschutz in Obst und Weinbau vorhandenen Kompetenz arbeitet das JKI an GIS-gestützten Monitoringstrategien und Modellen zur Ausbreitung der Schaderreger, wie Prof. Dr. Jelkmann, Leiter des Instituts, der Ministerin erläuterte.
Frau Klöckner´s Ministerium fördert u. a. das Projekt „BigGrape“, bei dem die Rebkrankheiten Esca, Phytoplasmosen und Virosen im Fokus stehen. Bei ihrem Besuch ließ sie sich die Versuche der beiden Institute zu neuartigen zerstörungsfreien digitalen Verfahren zur Früherkennung der Krankheiten vorstellen, so z. B. mit speziellen Kameras ausgerüsteten Drohnen bzw. Fahrzeugen.
Weinberge sind Dauerkulturen. Sie bieten gute Bedingungen, um Schädlinge mit natürlichen Verfahren einzudämmen und chemische Pflanzenschutzmittel einzusparen. Die Pflanzenschutz-Experten des JKI bearbeiten daher intensiv, wie Bewirtschaftungsverfahren, Pflanzenschutzstrategien und Landschaftselemente sowohl Nützlinge als auch andere Glieder des Agrarökosystems Weinberg beeinflussen. Weinbaussteillagen gelten aufgrund ihres Reichtums an Strukturen als Hot-Spots der Artenvielfalt. Das Institut untersucht mit mehreren Partnern und Unterstützung des Bundeslandwirtschaftsministeriums, wie sich unterschiedliche Bewirtschaftungsformen auf Wildbienen und Schmetterlinge auswirken.

Bildmaterial finden Sie spätestens am Freitag vormittag (12.4.) auf unserer Webseite https://www.julius-kuehn.de/presse/ unter der Presseinformation zum Download.