Bonsais und ihr Risiko für die Pflanzengesundheit: Der Fall des orientalischen Teewicklers Homona magnanima Diakonoff, 1948
DOI:
https://doi.org/10.5073/JfK.2024.02.07Schlagwörter:
Bonsai-Import, Tortricidae, Homona magnanima, Pflanzengesundheitliche Risikoanalyse, DiagnoseAbstract
Die „Orientalische Teemotte“ Homona magnanima Diakonoff, 1948 (Lepidoptera: Tortricidae) wurde seit 2023 dreimal in Deutschland an aus Japan importierten Pflanzen beanstandet. Der Schmetterling wurde an Bonsais von Taxus sp., T. cuspidata und Pinus thunbergii festgestellt. Die Diagnose der Funde erfolgte in enger Zusammenarbeit der amtlichen Labore der Bundesländer Baden-Württemberg (Landwirtschaftliches Technologiezentrum Augustenberg), Brandenburg (Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung), Nordrhein-Westfalen (Landwirtschaftskammer) und dem Nationalen Referenzlabor des Julius Kühn-Instituts (NRL-JKI). DNA-Barcoding-Analysen der COI-Genregion ergaben für alle Funde in Deutschland identische Sequenzen. Die endgültige Bestätigung durch einen Datenbankvergleich mit NCBI GenBank und der BOLD-Datenbank war jedoch unzureichend, aufgrund falsch referierter, aber auch fehlender Einträge. Die Zuordnung zu der Art Homona magnanima wurde durch Kombination einer phylogenetischen Analyse mit den Informationen zur heimischen Verbreitung, Wirtsbaumpräferenzen und morphologischen Merkmalen ermöglicht. Im Anschluss an die Identifizierung führte das Institut für nationale und internationale Angelegenheiten der Pflanzengesundheit am JKI eine Express-Risikoanalyse durch, in welcher der Falter als potenzieller Quarantäneschädling eingestuft wurde.
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