Wirksamkeit von anaerober Bodenbehandlung (ASD) und Biofumigation für die Bekämpfung von Kartoffel- und Rübenzystennematoden, Globodera spp. (Skrabilovich) und Heterodera schachtii (Schmidt) in Resterden
DOI:
https://doi.org/10.5073/JfK.2024.02.09Schlagwörter:
Globodera pallida, G. rostochiensis, Heterodera schachtii, anaerobe Bodendesinfektion, Quarantäneschadorganismen, KartoffelresterdenAbstract
Resterden, Rückstände aus der Kartoffel- und Rübenverarbeitung, stellen einen der wichtigsten Verbreitungswege für Quarantäneschadorganismen im Kartoffel- und Rübenanbau dar. Unter dem Aspekt der Pflanzenquarantäne müssen Resterden frei von Quarantäneschadorganismen sein, um sie auf landwirtschaftlich genutzte Habitate zurückführen zu dürfen. Zystennematoden, die sehr widerstandsfähig gegen Umwelteinflüsse sind, stellen dabei eine besondere Herausforderung dar. Im Projekt GlobRISK wurde die in den Niederlanden entwickelte anaerobe Bodendesinfektion (Anaerobic Soil Disinfestation, ASD) als Alternative zur kompletten Überflutung ganzer Felder (Inundation) auf die spezifische Anwendung zur Desinfektion von mit geregelten Kartoffelzystennematoden (Globodera pallida und G. rostochiensis) sowie nicht geregelten Rübenzystennematoden (Hetereodera schachtii) belasteten Resterden übertragen und optimiert. In der vorliegenden Arbeit wurde die Wirkung von ASD auf Zystennematoden auf 3 Ebenen untersucht: In Mikroplots unter natürlichen Umweltbedingungen, in Mesokosmen in 15 L-Eimern in der Klimakammer und in Mikrokosmen im Labor. Im Mikroplotversuch wurden durch Einarbeitung und anschließende Folienabdeckung des speziell für die ASD entwickelten Produktes Herbie®72 (Thatchtec/Soilwise) höhere Temperaturen gegenüber nicht abgedeckten Plots einschließlich Kontrollen ohne Herbie®72 erreicht. Jedoch war die Ausprägung anaerober Bedingungen in den behandelten Plots u. a. durch zu flache Einarbeitung des Substrates, ungenügende Bodenfeuchtigkeit und nicht völlig hergestellten Folienschluss unvollständig. Dadurch war die Verminderung der Schlupfrate bei G. pallida mit <30 % nur geringfügig reduziert und bei G. rostochiensis und H. schachtii war sogar ein Anstieg des Schlupfes von Referenzzysten behandelter Plots zur unbehandelten Kontrolle zu beobachten. Nur unter völligem Luftabschluss bei gleichzeitiger Verdichtung und Wassersättigung konnten für Böden von drei verschiedenen Standorten in Mesokosmen mit einem Volumen von 15 L Boden unter Einarbeitung des Substrates Herbie®72 Behandlungserfolge von >98 % Schlupfreduktion erzielt werden. Dies traf auch auf das alternativ zu Herbie®72 eingearbeitete Substrat Senfsaatmehl aus Brassica juncea zu. Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass ASD und Biofumigation durch Einsatz von Senfsaatmehl an Stelle von Herbie®72 unter kontrollierten Bedingungen eine wirksame Alternative zur Inundation darstellen.
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