Der Einfluss von langfristigen Stilllegungen ehemaliger Ackerstandorte auf die floristische Diversität

  • Barbara Jüttersonke
  • Klaus Arlt
  • Petra Rischewski

Abstract

Langfristige vegetationskundliche Untersuchungen auf bis zu 17 Jahre stillgelegten Ackerflächen in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg zeigten, dass eine Pflanzenartenvielfalt bzw. die Ausprägung von potenziell natürlich vorkommenden Pflanzengesellschaften vor allem vom Standort und der Landschaft abhängig ist. Zusätzlich prägen die Pflegemaßnahmen den Sukzessionsverlauf. Auf besseren Böden in Mecklenburg-Vorpommern im Malchiner Becken dominierte auf den untersuchten 17jährigen Dauerbrachen mit Selbstbegrünung Arrhenatherum elatius (Glatthafer), während auf den ärmsten Sandstandorten in Brandenburg im Baruther Tal sich schon nach wenigen Jahren der Stilllegung der Ackerflächen Trockenrasenpflanzen etablierten. Durch die extensive Bewirtschaftung einer Ackerfläche in dem Gebiet, auf der sich die seltene Ackerwildkrautart Anthoxanthum aristatum (Acker-Ruchgras) ausgebreitet hatte, konnte auf der untersuchten benachbarten Dauerbrache sogar ein größerer Bestand dieser Pflanzenart erhalten bleiben, während auf den übrigen untersuchten Flächen schon nach 2 bis 3 Jahren die Segetalarten durch Ruderalarten sowie Arten anderer Pflanzengesellschaften abgelöst wurden. Problemunkräuter wurden während der langfristigen Stilllegung bei jährlichem Schnitt so stark verdrängt, dass sie bei Wiederbewirtschaftung der Brachen nicht zusätzlichen Arbeitsaufwand verursachen.

Stichwörter: Dauerbrachen, Pflegemaßnahmen, Vegetationsentwicklung, Pflanzenartendiversität, Ackerwildkräuter

Impact of Long-term Set-aside Arable Land on the Floristic Diversity

Long-term research into the vegetation on arable land set aside in the Federal States Mecklenburg-Vorpommern and Brandenburg up to 17 years ago has shown that plant species diversity and expression of plant communities that might occur there naturally primarily depend on site and landscape. Furthermore, maintenance measures exert an influence on the course of succession. On the 17-year permanent fallows under self-greening, better soils in the Malchiner Becken in Mecklenburg-Vorpommern were dominated by Arrhenatherum elatius (oatgrass), while the poorest soil in the Baruther Tal in Brandenburg was dominated by dry meadow species only after a few years. Extensive cultivation of a field in this area where the rarely occurring arable weed Anthoxanthum aristatum (annual vernalgrass) has spread, a larger stand was maintained on the monitored neighbouring permanent fallow, while it took only 2 to 3 years on the other fields under monitoring to replace weeds by ruderal species and species of other plant communities. Problem weeds were reduced by yearly cutting to such a degree that they will not require any additional labour when the fallow should be recultivated.

Keywords: Permanent fallow, maintenance measure, development of vegetation, plant species diversity, weeds

Veröffentlicht
2014-09-10
Rubrik
Artikel