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Personalien

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Zum Gedenken an Em. Ord. Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Peter Ruckenbauer * 13. April 1939 † 14. April 2019

Journal für Kulturpflanzen, 71 (6). S. 196–196, 2019, ISSN 1867-0911, Verlag Eugen Ulmer KG, Stuttgart

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Peter Ruckenbauer, Ordina­rius für Pflanzenzüchtung an der Universität für Bodenkultur Wien von 1989 bis 2005 ist am 14. April 2019, einen Tag nach Vollendung seines 80. Lebensjahres nach langer, schwerer Krankheit verstorben. Das feierliche Requiem fand am Montag, 29. April um 11 Uhr in der r.k. Pfarrkirche von Stainz/Weststeiermark statt. 

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Abb. 1. Em. Ord. Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Peter Ruckenbauer

Peter Ruckenbauer wurde am 13. April 1939 in Wiener Neustadt geboren. Nach Absolvierung einer Landwirtschaftslehre maturierte er 1960 an der HLBLA Francisco Josephinum Wieselburg mit Auszeichnung. Nach dem Studium der Landwirtschaft an der Hochschule für Bodenkultur in Wien (1961–1965) war er wissenschaft­licher Angestellter am dortigen Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung. Nach seiner mit Auszeichnung bestandenen Promotion zum Dr. rer. nat. techn. erhielt er eine Anstellung als Assistent und Oberassistent und absolvierte Forschungsauf­enthalte am Plant Breeding Institute in Cambridge, UK sowie in den USA und Guatemala. Im Jahr 1977 habilitierte sich Ruckenbauer für das Fachgebiet Pflanzenzüchtung, der Titel seiner Habilitationsschrift lautete: „Vergleichende Untersuchungen über die Einsatzmöglichkeiten neuer biometrisch-genetischer Methoden in der Kreuzungszüchtung bei Winterweizen“.

Im September 1983 wurde Ruckenbauer als Ordinarius auf den Lehrstuhl für Angewandte Genetik und Pflanzenzüchtung an die Universität Hohenheim berufen. Dort leistete er umfangreiche Aufbauarbeiten zur Neugestaltung des Institutes sowie von Forschung und Lehre. Seine wissenschaftliche Arbeit fokussierte er auf zuchtmethodische Fragestellungen bei Durumweizen und Fababohnen. In den Perioden 1987/88 und 1988/89 hatte er zudem das Amt des Dekans der Agrarwissenschaft­lichen Fakultät der Universität Hohenheim inne.

Im Oktober 1989 wurde Ruckenbauer auf den Lehrstuhl für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung der Universität für Bodenkultur Wien (Nachfolge Prof. Steineck) berufen. Ab dem Jahr 1990 war er der erste Leiter des von ihm initiierten und aufgebauten Interuniversitären Forschungsinstitutes für Agrarbiotechnologie (IFA) in Tulln. Ruckenbauer wurde damit zum Wegbereiter des BOKU-Standortes Tulln, an dem seit dieser Zeit herausragende wissenschaftliche Leistungen erbracht werden. Unter anderem führte er höchst erfolgreich die Thematik der Resistenzzüchtung von Getreide gegenüber Fusarium-Pilzen ein, die aufgrund der Problematik der Mykotoxinbelastung von Lebensmitteln bis heute von allergrößter Relevanz ist. Neben seinem besonderen Engagement für den BOKU-Standort Tulln war er in der universitären Lehre oder als Herausgeber wissenschaftlicher Zeitschriften aktiv, ab 1995 fungierte er als Chefredakteur der Zeitschrift „Die Bodenkultur“.

Peter Ruckenbauer vertrat das Fachgebiet für Pflanzenzüchtung bei vielfachen Gelegenheiten und Aufgabenstellungen auch im außeruniversitären Bereich: Ab 1999 war er Obmann der österreichischen Vereinigung der Pflanzenzüchter und Saatgutkaufleute, von 2001 bis 2004 war er Präsident der EUCARPIA, der europäischen Gesellschaft für Pflanzenzüchtungs-Forschung. In zahlreichen wissenschaftlichen Forschungsprojekten arbeitete er auch mit österreichischen und internationalen Pflanzenzüchtungsunternehmen zusammen.

Für seine wissenschaftlichen und wissenschaftsorganisatorischen Leistungen erfuhr Ruckenbauer zahlreiche hohe Auszeichnungen, im Jahr 1995 wurde ihm der Wissenschaftspreis des Landes Niederösterreich verliehen, 1996 erhielt er die Bürgerrechte der Stadt Tulln, seit 2012 war er Ehrenmitglied der EUCARPIA.

Die Universität für Bodenkultur Wien wird Professor Peter Ruckenbauer ein ehrendes Andenken bewahren. Unser Mitgefühl gilt seiner Gattin und seiner Familie.

(Prof. Dr. Johann Vollmann,
Universität für Bodenkultur, Wien)


ISSN (elektronisch): 1867-0938
ISSN (print): 1867-0911
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