Glyphosat-Resistenz in amerikanische Reihenkulturen und Lehren für die Unkrautbekämpfung in Europa

  • Harry J. Strek
  • Martin Hess
  • Joachim Kaiser

Abstract

Glyphosat ist das weltweit am häufigsten eingesetzte Herbizid. Es ist seit 1974 auf dem Markt, aber erst mit der Einführung herbizidtoleranter Kulturen in Nord- und Südamerika, die den selektiven Einsatz in Baumwolle, Mais, Raps und Sojabohne über die Vegetationsperiode ermöglichten, ist der Einsatz stark gestiegen. Seit dem ersten Bericht eines Glyphosat-resistenten Unkrautes in einer Reihenkultur im Jahr 2000 sind mehrere resistente Arten im Südosten und Süden der USA weit verbreitet und nehmen jetzt auch im Hauptanbaugebiet für Mais und Soja in mittleren Westen der USA zu. Die Ursachen für diese Entwicklung liegen im häufigen alleinigen Einsatz von Glyphosat, oft niedrigen Aufwandmengen gegen schon größere Unkrautstadien und wenig Wechsel mit anderen Wirkstoffen. Weitere Gründe sind reduzierte Bodenbearbeitung, einseitige Fruchtfolgen und der Mangel an anderen Maßnahmen eines intergrierten Unkrautmanagements. In Europa wird Glyphosat in Ackerbaukulturen zunehmend vor der Getreideaussaat eingesetzt. Die Dynamik des Einsatzes von Glyphosat ist in Europa sicher anders als in den USA, die Botschaft ist aber eindeutig, dass kein Herbizid gegen die Entwicklung von Resistenzen immun ist. Es gilt andere ergänzende Maßnahmen in Unkraut-Management-Strategien zu integrieren um den Nutzen der vorhandenen Herbizide langfristig zu erhalten.

Stichwörter: EPSP-Hemmer, Glyphosat, Herbizidresistenz

Glyphosate resistance in American row crops and lessons for weed control in Europe

Glyphosate is the single most-used herbicide in the world. It has been on the market since 1974, but its use increased rapidly in North and South America with the adoption of the herbicide tolerant traits in crops that made its use possible in canola, cotton, corn and soybean to control weeds during the cropping season. Since the first report of a glyphosate resistant weed in a row crop in 2000, resistance has spread throughout most of the cropping areas of the Southeast and Mid- South regions of the US and is now growing in the Midwest cornsoybean belt. The reason for this development is clear, the use of only glyphosate to control weeds, its application to very large weeds and the use of low rates, coupled with lack of significant tillage and rotation to other herbicides or crops and other integrated weed management strategies have contributed to the situation. In Europe glyphosate is used in cereals to provide a weed-free field to sow the crop. Although the dynamics in Europe are different, the lessons to be learned from the US are that no herbicide system is immune to the development of resistance and care should be taken to integrate other complementary measures into weed management strategies in order to preserve the utility of all current herbicides.

Keywords: ESPS-inhibitor, glyphosate, herbicide resistance

Veröffentlicht
2012-03-06
Rubrik
Herbizidresistenz bei Unkräutern / Herbicide resistance in weeds