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Originalarbeit – Kurze Mitteilung

Erstnachweis von Lactuca serriola als neue Wirtspflanze von Septoria birgitae, einem Pathogen an Kopfsalat

First report of Lactuca serriola as weed host of Septoria birgitae, a pathogen of butterhead lettuce

Gerhard Bedlan
Institut
Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH, Institut für Nachhaltige Pflanzenproduktion, Wien, Österreich

Journal für Kulturpflanzen, 65 (12). S. 488–489, 2013, ISSN 1867-0911, DOI: 10.5073/JfK.2013.12.04, Verlag Eugen Ulmer KG, Stuttgart

Kontaktanschrift
Univ.-Doz. Dr. Gerhard Bedlan, Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH, Institut für Nachhaltige Pflanzenproduktion, Spargelfeldstraße 191, 1220 Wien, Österreich, E-Mail: gerhard.bedlan@ages.at
Zur Veröffentlichung angenommen
15. November 2013

Zusammenfassung

Es wurde der Erstnachweis des Auftretens von Septoria birgitae Bedlan an Lactuca serriola erbracht. Septoria birgitae ist ein Krankheitserreger an Kopfsalat, der 1999 an dieser Wirtspflanze erstmals beschrieben wurde (Bedlan, 1999).

Stichwörter: Septoria birgitae, Lactuca serriola, neue Wirtspflanze

Abstract

This is the first report of Septoria birgitae Bedlan on Lactuca serriola. Septoria birgitae as a pathogen of butterhead lettuce was first described 1999 on this host (Bedlan, 1999).

Key words: Septoria birgitae, Lactuca serriola, new host

Einleitung

An Spezies der Gattung Lactuca kommen folgende Septoria-Arten vor: S. lactucae Pass., S. lactucina Lobik, S. lactucicola E. und M., S. schembelii Melnik, S. ludoviciana Ell. und Ev., S. fernandezii Unamuno, S. sikangensis Petrak, S. unicolor Wint., S. sleumeri Petrak, S. mulgedii Thüm., S. mulgedii var. tatarici Lobik und S. birgitae Bedlan. Letztere wurde erstmals 1999 und zwar an Lactuca sativa beschrieben (Bedlan, 1999).

Methoden

Für die Bestimmungsarbeiten wurden die gängigen mykologischen Routinemethoden der Lichtmikroskopie angewandt. Die Pilzstrukturen wurden mit Wittmann’s Blau (Wittmann, 1970) gefärbt.

Ergebnisse

In Strem bei Güssing (südliches Burgenland) wurde Anfang Juli 2013 an Lactuca serriola das Pathogen Septoria birgitae nachgewiesen. Die Pflanzen von L. serriola befanden sich am Rand eines Feldes, das mit Silphium perfoliatum bepflanzt war. Weder Pflanzen des Silphium-Bestandes, noch andere Kompositen im Umkreis dieses Feldes zeigten einen Befall durch S. birgitae. Auf den Blättern verursacht der Pilz braune unregelmäßige Flecken, die bis zu 5 mm groß sein können (Abb. 1). Fließen diese zusammen, werden auch größere Blattpartien bedeckt. Auf den Flecken werden blattoberseits die Pyknidien gebildet. Die mikroskopische Diagnose ergab für den Pilz Pyknidien mit einem Durchmesser von 63–158 μm (Abb. 2), im Durchschnitt von 99 μm. Die Konidien messen 21–38 × 1–3 μm, im Durchschnitt 28,4 × 2,1 μm (Abb. 3).

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Abb. 1. Symptome an Blättern von Lactuca serriola.

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Abb. 2. Pyknidien von Septoria birgitae (gefärbt mit Witt­mann\qs Blau).

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Abb. 3. Konidien von Septoria birgitae (zweizellige K.: 28,1´ 2,1 μm; dreizellige K.: 29,9´ 1,57 μm; vier­zellige K.: 32´ 1,84 μm (gefärbt mit Wittmann\qs Blau).

Damit ist der Durchschnittswert des Durchmessers der Pyknidien an Lactuca serriola um 36 μm kleiner als beim Typus an Lactuca sativa, die Konidien entsprechen aber durchaus dem Typus. Die kleineren Pyknidien sind m. E. von der Wirtspflanze bedingt.

Fundort

Septoria birgitae Bedlan an lebenden Blättern von Lactuca serriola L., Strem bei Güssing (Burgenland), neben der Biogasanlage Strem, 03.07.2013, leg. et det. G. Bedlan.

Der Beleg wurde im Kryptogamenherbar des Naturhistorischen Museums in Wien (hb W) hinterlegt.

Literatur

Bedlan, G., 1999: Septoria birgitae sp. nov., a new pathogen causing leaf spots on Lactuca sativa – Mycotaxon Vol. 70, 51-53.

Wittmann, W., 1970: Ein neues Rezept zur Herstellung mykolo­gischer Präparate. PflSchber. Bd. 41, Heft 5/6/7, 91-94.


ISSN (elektronisch): 1867-0938
ISSN (print): 1867-0911
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