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Nachruf für Dr. Eckard Beer

Journal für Kulturpflanzen, 72 (1). S. 27–27, 2020, ISSN 1867-0911, Verlag Eugen Ulmer KG, Stuttgart

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Am 07.11.2019 ist Herr Dr. Eckard Beer nach langer, schwerer Krankheit im Alter von 74 Jahren verstorben. 

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Abb. 1.

Herr Dr. Eckard Beer wurde am 17.12.1944 in Resehl, Krs. Naugard geboren. Aufgewachsen auf einem landwirtschaftlichen Betrieb folgte nach der Landbauschule in Hameln und der Gehilfenprüfung zum Land­wirt die Ingenieur-Schule bzw. die Ingenieurschule für ausländische Landwirtschaft in Witzenhausen und eine Tätigkeit als technischer Angestellter bei der BayerAG. Von 1972 bis 1975 studierte Herr Dr. Beer an der Georg-August-Universität Göttingen Agrarwissenschaften mit der Fachrichtung Pflanzenproduktion. Das Doktorandenstudium absolvierte er am Insti­tut für Pflanzenpathologie und Pflanzenschutz, wo ihm 1979 der Grad „Doktor der Landbauwissenschaften“ verliehen wurde. Nach einer kurzen Zeit als wissenschaftlicher Angestellter am Institut für Pflanzen­pathologie und Pflanzenschutz der Universität Göttingen wechselte er zur damaligen Landwirtschaftskammer Weser-Ems, um dort das Sachgebiet Pflanzenkrankheiten und Unkräuter beim Pflanzenschutzamt in Oldenburg zu leiten. Später leitete Herr Dr. Beer das Institut für Pflanzenbau und Pflanzenschutz bzw. das Pflanzenschutzamt der LWK Weser-Ems und bis zu seiner Pensionierung Ende 2009 auch das mit der Fusion der beiden niedersächsischen Landwirtschaftskammern neugebildete Pflan­zenschutzamt der Land­wirt­schaftskammer Niedersachsen.

Seine Dissertation bei Herrn Prof. Dr. Heitefuß mit dem Thema „Ermittlung der Bekämpfungsschwellen und wirtschaftlichen Schadensschwellen von monokotylen und dikotylen Unkräu­tern in Winterweizen und Wintergerste anhand von Daten aus der amtlichen Mittelprüfung“ prägte sehr stark seine weitere Arbeit im Pflanzenschutz. Über Niedersachsen hinaus bekannt wurde die Beer'sche 1% Bekämpfungsschwelle, eine einfach anzuwendende Methode zum gezielten Fungizideinsatz gegen Blatt- und Ährenkrankheiten in Winterweizen. In zahlreichen regionalen Versuchen belegte er, dass eine Bekämpfungsschwelle auch bei unterschiedlich widerstandsfähigen Sorten verwendet werden kann und dass der Anbau widerstandsfähiger Sorten in Kombination mit einem Fungizideinsatz nach Bekämpfungs­schwellen den höchsten bereinigten Mehrertrag erbringt.

Die Gewissheit, dass der Integrierte Pflanzenschutz sowohl ökonomisch als auch ökologisch für die praktische Landwirtschaft ein entscheidendes Instrument zur Erzeugung ausreichender und qualitativ hochwertiger Nahrungsmittel ist, zog sich wie ein roter Faden durch sein pflanzenschützerisches Leben. Herr Dr. Beer engagierte sich dazu lange Jahre in der Deutschen Phytomedizinischen Gesellschaft e.V. (DPG), wo er 1989 die Projektgruppe „Bekämpfungsschwellen für Mehltau in Winterweizen“ initiierte, die sich anschließend zur Projekt­gruppe „Bekämpfungsschwellen für Pilzkrankheiten in Getreide“ und schließlich zur Projektgruppe „Krankheiten in Getreide und Mais“ weiterentwickelte.

In dieser Zeit wurden unter seiner Federführung 45 über Deutschland verteilte Feldversuche zur Überprüfung seines Bekämpfungs­schwellenkonzeptes durchgeführt. 39 Versuche konnten ausgewertet werden und bestätigten die These, dass es nicht nur regional für Getreide durchweg ausreichend ist, die obersten drei Blattetagen weitestgehend gesund zu erhalten.

Mit seiner ruhigen und sachlichen Art war Herr Dr. Beer ein überzeugter Verfechter des integrierten Pflanzenschutzes, dessen Inhalte er auch in seiner Tätigkeit als Verantwortlicher für den Pflanzenschutz in Oldenburg bzw. später in Niedersachsen immer wieder in den Vordergrund stellte. Mit seinem Ruhestand 2009 zog sich Herr Dr. Beer auch aus der fachlichen Arbeit zurück. Dass ihn seine Krankheit nun nach vielen Jahren besiegt hat, macht uns sehr traurig. Wir werden Herrn Dr. Beer als engagierten Pflanzenschützer, verlässlichen, verbindenden und allseits geschätzten Wegbegleiter in dankbarer Erinnerung behalten.

(Dr. Carolin v. Kröcher,
Pflanzenschutzamt der Landwirtschaftskammer Niedersachsen)


ISSN (elektronisch): 1867-0938
ISSN (print): 1867-0911
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